Die Gesellschaft wird immer älter. Dies ist in erster Linie eine willkommene Folge immer besserer medizinischer Versorgung. Die Wahrscheinlichkeit das 80ste Lebensjahr zu erreichen wird mit jeder Generation größer. Leider steigt damit auch die Gefahr, ein Alter zu erreichen, indem ein unabhängiges Leben nicht mehr so einfach ist. Wenn die Sinne schwächer werden und die Gelenke nicht mehr so beweglich sind, müssen viele alte Menschen auf fremde Hilfe zurückgreifen, um ihren Alltag zu meistern. Vielen bereitet die Vorstellung Angst, weil mit den körperlichen Fähigkeiten meist auch Freiheit und Unabhängigkeit verloren gehen. Auch der Gedanke an Altersheime, in denen sich Pfleger mehr schlecht als recht um die Bewohner kümmern, macht die Vorstellung vom Alter nicht gerade angenehmer.

Ins Altersheim abgeschoben

Zu häufig fühlen sich Senioren in den Altersheimen abgeschoben und zudem von ihrem gewohnten sozialen Umfeld abgeschnitten. Da die eigenen Kinder sich aus verschiedenen Gründen immer seltener um die Eltern kümmern können, werden aber die Pflegeeinrichtungen immer wichtiger. Für die Senioren wäre es von entscheidender Bedeutung, wenn sie sich in den Heimen zu Hause fühlen könnten. Noch besser wäre es dagegen, wenn die Pflege und die Assistenz ins tatsächliche zu Hause kommen könnten. Zumindest solange noch keine medizinische Pflege und durchgehende Aufsicht benötigt werden, wäre es erfahrungsgemäß für alle Beteiligten das Beste, wenn die Senioren in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Hier haben diese ihren festen Lebensrhythmus und kennen die Nachbarn. Auch die Möglichkeit, selbst noch einen Teil der Hausarbeit zu erledigen führt dazu, dass die alten Menschen sich gebraucht fühlen.

Mehr Respekt vor den Älteren

In Japan herrscht eine Kultur, die den Respekt vor älteren Menschen noch wesentlich höher hält. Wer ein gewisses Alter erreicht gehört nicht zum alten Eisen, sondern wird aufgrund seiner Lebenserfahrung hochgeschätzt. Die Unterstützung der eigenen Eltern ist damit ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Da auch in Japan immer mehr Menschen ihre Heimat verlassen müssen, hat sich dort ein interessantes System herausgebildet. Alte Menschen, die Hilfe benötigen, werden von jungen Menschen aus der Nähe bei täglichen Einkäufen und der Hausarbeit unterstützt. Bezahlt wird dieser Service in Arbeitsstunden, die die Kinder der Senioren in der Ferne bei anderen alten Menschen ableisten. Diese Idee ließe sich zumindest ansatzweise auch in Europa umsetzen. Leider nur für Senioren, die Kinder haben.

Professionelle Seniorenassistenz

Um von Kindern und Pflegeheimen weiterhin unabhängig zu bleiben, können aber auch Assistenten eingestellt werden. Dabei geht es um weit mehr als um Haushaltshilfen. Die Assistenz kann sich auch auf Gesellschaft und Fahrbereitschaften erstrecken. Jede Hilfe, die es dem alten Menschen ermöglicht, in seinem eigenen Umfeld zu bleiben und sein soziales Leben fortzuführen, kann durch die Assistenten gewährleistet werden. Je nachdem, welche Hilfe ein Mensch benötigt, kann die Assistenz zum Beispiel durch Studenten übernommen werden. Beim Einkauf die Tüten zu tragen oder regelmäßig die Fenster zu wischen erleichtert das Leben der Älteren ungemein. Wichtig ist dabei, dass die jungen Menschen auch Zeit mitbringen und nicht wie in späteren Lebensabschnitten eine Pflegekraft von Termin zu Termin hetzen müssen.